KINDESWOHL IN DER KLIMAKRISE
Kirchliche und karitative Träger aus dem Erzbistum Paderborn fordern konsequenten Klimaschutz für Kinder
Kinder und Jugendliche spüren die Folgen der Klimakrise unmittelbar – auch in Kitas, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen im Erzbistum Paderborn. Deshalb schließen sich neun kirchliche und karitative Träger aus der Region jetzt dem bundesweiten Positionspapier „Kindeswohl in der Klimakrise – achten, schützen, gewährleisten“ an: die Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH, der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V., die Pax-Bank für Kirche und Caritas eG, die drei katholischen Kita-Trägergesellschaften der Region, das GFO Josefshaus und die Katholische Jugendhilfe Dortmund gGmbH. Gemeinsam fordern sie Bund, Länder und Kommunen auf, das Kindeswohl konsequent zum Maßstab der Klima- und Anpassungspolitik zu machen.
Ein bundesweites Positionspapier mit regionalem Gewicht
Initiiert wurde das Positionspapier von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), dem Kinderschutzbund, der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und dem Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit, erarbeitet in Kooperation mit der Schader-Stiftung. Es wird bundesweit von 81 Organisationen aus Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe, Bildung und Zivilgesellschaft getragen. An der inhaltlichen Ausarbeitung waren aus dem Erzbistum Paderborn bereits Patricia Münstermann und Elmar Schäfer von der Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH beteiligt. Im Kern fordert das Papier drei Dinge: Klimaschutz als Rechtspflicht konsequent umsetzen, Klimaanpassung kindgerecht gestalten – etwa durch Hitzeschutzkonzepte für Kitas, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen – sowie Kinder und Jugendliche verbindlich an klimapolitischen Entscheidungen beteiligen.
Neun kirchliche und karitative Träger aus dem Erzbistum Paderborn stehen gemeinsam hinter dem Positionspapier:
- Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V.
- GFO Josefshaus
- Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH
- Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet gGmbH
- Katholische Jugendhilfe Dortmund gGmbH.
- Pax-Bank für Kirche und Caritas eG
- Katholische KiTas Ostwestfalen-Lippe gem. GmbH
- WIR-KITAs gem. GmbH
- Katholische Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark gem. GmbH
Stimmen der Unterzeichnenden
Unser Geschäftsführer Elmar Schäfer bringt es auf den Punkt:
„Was würden Sie tun, wenn Ihr Kind bei schnellem Verkehr auf die Straße rennt? Wir würden es zurückhalten, um Schlimmes zu verhindern und ebenso die Verkehrsverhältnisse grundsätzlich sicherer gestalten. Bei der Klimakrise muss es genauso sein: Sofort mehr Klimaanpassung zum Schutz der jungen Generation und vor allem endlich konsequent an die Ursachen gehen und echten Klimaschutz betreiben. Also in die Zukunft investieren und nicht in fossile Sackgassen, die es für unsere Kinder immer schlimmer machen. In unseren Einrichtungen sind wir konsequent: Klimaanpassung und Energietransformation.“
Ralf Nolte, Diözesan-Caritasdirektor des Caritasverbands für das Erzbistum Paderborn:
„Mit Blick auf das diesjährige Jahresthema der Caritas ‚Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen‘ wird deutlich, dass wir heute immer schon auf das Morgen schauen müssen. Somit haben wir eine Verpflichtung, unsere Schöpfungsverantwortung wahrzunehmen, um der jungen und den künftigen Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen. Ich freue mich, dass so viele Akteure sich dem Positionspapier angeschlossen haben.“
Dr. Helge Wulsdorf, Manager Nachhaltigkeit bei der Pax-Bank für Kirche und Caritas:
„Ohne wirksamen Klimaschutz keine Generationengerechtigkeit! Die Politik steht damit in der Verantwortung, vor allem den Anliegen von Kindern und Jugendlichen beim Klimaschutz Rechnung zu tragen. Gerade Heranwachsende dürfen nicht zu den Leidtragenden der menschengemachten Klimakrise werden.“
Reinhard Geuecke, Fachbereichsleiter Erziehungshilfen beim GFO Josefshaus:
„‚Wir erben die Erde nicht von unseren Vorfahren, sondern wir leihen sie uns von unseren Kindern.‘ – Dieses jahrhundertealte Wissen der indigenen Völker Nordamerikas scheinen wir immer mehr zu verdrängen. Das Fazit einer PISA-Studie zu uns Erwachsenen und Verantwortungsträgern würde daher viel, viel verheerender ausfallen müssen als die jüngst wieder viel diskutierten Ergebnisse der aktuellen Kinder-Bildungsstudie. Zumal es ja nicht mehr an fundiertem Wissen und Lösungs-Know-how mangelt, sondern vielmehr am Willen, die Klimakrise als die Mutter aller Krisen anzuerkennen, um ihr mit all unseren durchaus bestehenden Möglichkeiten zu begegnen.“
Detlef Müller, Geschäftsführer der Katholischen Kindertageseinrichtungen Ostwestfalen-Lippe:
„Das Kindeswohl muss auch unter den Bedingungen der Klimakrise gewährleistet sein, und das beginnt im Alltag der Kitas. Wenn Hitze in den Räumen die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Mitarbeitenden beeinträchtigt, müssen wir als Träger handeln und zugleich die notwendigen Rahmenbedingungen einfordern. Deshalb starten wir eine gemeinsame interne Arbeitsgruppe Hitze, die einen konkreten Fahrplan für klimaangepasste Kitas entwickelt. Wir unterstützen das Positionspapier und die darin formulierten Forderungen nach verlässlichen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen.“
Karin Schulze-Frieling, Geschäftsführerin der Katholischen Jugendhilfe Dortmund:
„Kinder und Jugendliche tragen am wenigsten zur Klimakrise bei, werden aber besonders lange mit ihren Folgen leben. Das verpflichtet uns zum Handeln. Klimaschutz und Kinderrechte gehören zusammen: Junge Menschen brauchen unseren Schutz und eine starke Stimme bei den Entscheidungen über ihre Zukunft.“
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Mit dem regionalen Schulterschluss setzen die neun Träger ein deutliches Zeichen: Klimaschutz muss auch vor Ort in Kitas, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen konkret Wirkung zeigen. Für die Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn ist das Engagement Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie – und ein weiterer Baustein auf dem Weg, Kinderrechte und Klimaschutz konsequent zusammenzudenken.
Das vollständige Positionspapier findet ihr hier: „Kindeswohl in der Klimakrise – achten, schützen, gewährleisten“
